Kohten & Jurten bei einem Lager

Während die Kohte als Schlafzelt genutzt wird, wird von Gruppen gerne auch die wesentlich größere Jurte aufgebaut, die sich mit einer offenen Feuerstelle in der Mitte für Zusammenkünfte größerer Gruppen eignet. Bei Pfadfinder-Lagern werden of riesige Konstrukte errichtet.

Klassiche Kohte

Klassiche Kohte

Leider ein bissel unscharf, naja.

Die Kohte

Die Kohte stammen aus Lappland und ihr Ursprung ist wahrscheinlich in der Nomadenkultur der nördlichen Indianer zu suchen. Darauf deutet die Größe hin (Kleingruppen- und Familienzelte), aber auch die steile Seitenwandneigung. Das ursprüngliche Zeltmaterial war sehr wahrscheinlich Leder oder Fell, was typisch für nomadisierende Jäger ist.


 



Wie die Kohte nach Deutschland kam...

Tusk (Eberhard Koebel) brachte die Kohte nach Deutschland. Er war Wandervogel, stieß dann zum Bund der Wandervögel und Pfadfinder, wurde in der Freischar aktiv, flog dort raus, gründete die Deutsche Jungenschaft und trat mit ihr in den Deutschen Pfadfinderbund ein, musste bald aber auch hier ausscheiden. 1927 und 1929 unternahm er Lappland-Fahrten, wobei er auch die Lappenkohte kennenlernte.

Tusk beschreibt seine erste Begegnung (1926) mit der Urform unserer heutigen Kohte: "Wir kamen an eine Kohte. Sie stand zwischen Birken verborgen. Ihr Laub reichte fast bis zur Erde. Ich betrachtete die Kohte, wie man seine Wohnung beschaut. Zuerst von außen, dann traten wir ein, gaben einer uralten Greisin die Hand und einer jungen Frau. Die Lappen grüßten "Puörist", und ich tat es zaghaft auch. Wir setzten uns auf die linke Seite, die denen zusteht, die nicht zur Familie gehören. Ich hatte ja früher schon Lappen gesehen. Ich war schon schönen Mädchen begegnet und mehrmals in Erdkohten am rauchigen Feuer gesessen. Aber was ich hier sah, war mir doch neu. Ein Zelttuch, das von einer Stangenkonstruktion gespannt ist. Denkbar praktisch zum Transport! In der Mitte war ein Feuerplatz und darüber im Zeltdach ein Loch, zu dem Sonnenschein und Nordlicht Einlass haben. Ich versank in die Betrachtung der Dinge um mich her."
aus: tusk - Gesammelte Schriften und Dichtungen, Verlag der Jugendbewegung, 1998
 

Während der NS-Zeit waren diese Zelte in Deutschland als Ausdruck einer anderen Lebensweise verboten und selbst der Besitz strafbar.

Zum Aufbau einer Kohte benötigt man:

  • 4 Kohtenblätter (Modell 52, 53, 59, 70 oder Wanderkohtenblätter)
  • 1 Kohtenabdeckplane
  • 1 Kohtenkreuz bzw. eine Kohtenspinne
  • 2 Kohtenstangen (ca. 4m)
  • 1 Seil (ca. 4m zum Hochziehen der Kohte am Kohtenkreuz/-spinne)
  • 8 Abspannschnüre (ca. 1,5m)
  • 16 Heringe

Detailinfo zur Kohte:

Durchmesser: ca. 410cm = 13,20m²
Mittelhöhe: (bei Verwendung von Kohtenblättern ohne Seitenstreifen): ca. 200cm
Fassungsvermögen: 6-8 Personen